Sobald sich der Gedanke festgesetzt hatte, wollte ich nicht lange nur darüber nachdenken.

Ich habe angefangen, mich umzuschauen. Nicht nur im Internet, sondern auch früh schon auf Messen und bei Werften, einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen, was es überhaupt gibt. Ich wollte wissen: Welche Möglichkeiten habe ich? Was kostet so etwas? Und was passt wirklich zu dem Leben, das ich mir vorstelle?

Parallel war da immer noch dieser Wunsch, aus meiner Wohnung rauszukommen und etwas zu finden, das sich endlich richtig anfühlt. Das Hausboot war also nicht einfach nur eine spontane Idee, sondern wurde sehr schnell zu etwas, das ich ernsthaft prüfen wollte.

Erst mal testen

Ich habe mich dann auch auf dem Gebrauchtboote-Markt umgeschaut.

Die Idee war zunächst: Vielleicht nicht direkt ein Neubau, sondern erst mal etwas, das man testen kann. Wie sich das Leben auf dem Wasser wirklich anfühlt, hatte ich ja schon bei meiner Probenacht auf der Havel gemerkt, von der ich im letzten Beitrag erzählt habe. Und genau dieses Gefühl wollte ich jetzt zum Maßstab machen.

Warum gebraucht nicht gereicht hat

Je genauer ich hingeschaut habe, desto deutlicher wurde für mich, dass die meisten gebrauchten Boote auf dem Markt eher für Vercharterung gedacht sind.

Also für Urlaub, für kurzfristiges Wohnen, für Menschen, die ein paar Tage oder Wochen darauf verbringen. Aber nicht unbedingt für jemanden, der langfristig darauf leben will. Und genau das war ja mein Plan.

Ich wollte kein Boot, das irgendwie fast passt. Ich wollte ein Zuhause auf dem Wasser, das wirklich zu meinem Alltag passt. Und wenn ich ehrlich bin, war das der Punkt, an dem ich innerlich schon Richtung Neubau gekippt bin.

„Ich wollte kein Boot, das irgendwie fast passt."

Auf der Suche nach der Werft

Also habe ich angefangen, nach einer Werft zu suchen.

Und da begann die eigentliche Ernüchterung.

Die erste Werft hat ungefähr drei Monate gebraucht, bis sie mir überhaupt ein Angebot schreiben konnte. Und als es dann endlich kam, war es mir leider viel zu teuer. Bei der zweiten Werft ging das Angebot zwar schneller, aber die Umsetzung lief überhaupt nicht. Es hat tatsächlich ein ganzes Jahr gedauert, ohne dass das Boot überhaupt angefangen wurde. Keine richtige Planung, kein Gefühl von Verbindlichkeit, einfach nur Warten.

Irgendwann war klar: So geht es nicht weiter.

Zwischendrin war ich nochmal auf Messen und habe mir unter anderem polnische Werften angeschaut. Da gab es fertige neue Hausboote und das klang erst einmal interessant. Aber es war nicht meins. Individualbauten waren dort nicht wirklich möglich und genau das war für mich ein entscheidender Punkt.

Der nächste Wechsel

Also habe ich wieder gewechselt und bin bei meinem jetzigen Bootsbauer gelandet.

Dort sollte die Fertigstellung eigentlich vier bis fünf Monate dauern. Das war natürlich erst mal eine gute Nachricht. Endlich mal ein Zeitrahmen, der sich greifbar anhörte. Aber auch das hat sich am Ende anders entwickelt, als ich es mir gewünscht hätte.

Wenn ich schon so viel Energie, Zeit und Geld in dieses Projekt stecke, dann will ich es auch wirklich so haben, wie ich es mir vorstelle.

Warum ich trotzdem dranbleibe

Inzwischen sind über zwei Jahre vergangen, seit ich das erste Mal bei einer Werft war.

Im April 2025 hätte das Boot schon fertig sein sollen. Und trotzdem warte ich weiter.

Das ist nicht immer leicht. Ehrlich gesagt ist es oft anstrengend und manchmal auch einfach nur frustrierend. Aber genau das gehört eben auch zu diesem Weg dazu. Nicht alles läuft glatt, nicht alles ist schnell und nicht jede Entscheidung führt sofort zum Ziel.

Trotzdem bleibe ich dran.

Weil ich nicht irgendetwas will. Ich will dieses Boot. Mein Boot. Genau so, wie es für mein Leben passt.

Im nächsten Beitrag geht es dann darum, was für mich an diesem Hausboot wirklich wichtig ist und warum ich es unbedingt so individuell haben wollte.